Rezension | Nur noch ein einziges Mal – Colleen Hoover | *****

 

Titel: Nur noch ein einziges Mal
Reihe:
Autor: Colleen Hoover
Sprache: deutsch
Verlag: DTV
Übersetzer: Katarina Ganslandt
Erscheinungsdatum: 10. November 2017
Seitenzahl: 416
Format: Paperback
Preis: € 14,95
ISBN: 3423740302
Genre: Liebesroman

“So was wie schlechte Menschen gibt es nicht.
Wir sind alle bloß Menschen, die manchmal schlimme Dinge tun.”

*Klappentext:

Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …

*Persönliche Meinung:

Jedes einzelne Buch, das ich bisher von Colleen Hoover gelesen habe, verschlang ich regelrecht und flog durch die Seiten bis ich am Ende nur noch ein Häufchen Elend war. Völlig mitgenommen und gefangen in der Geschichte. Es ist nicht einfach nur ein Liebesroman, wie man ihn an jeder Ecke erblickt, sondern eine Story, die einen bewegt und die zugleich so aus dem Leben gegriffen ist, dass es jeden von uns treffen könnte.

Als ich am Ende angelangt bin, habe ich Tage gebraucht, um die Ereignisse darin zu verarbeiten, sie erneut in meinen Gedanken durchzuspielen. Denn so wie die Protagonistin Lily hatte auch ich in meiner Familiengeschichte diese Thematik und somit war es nicht verwunderlich, dass alle Wunden wieder aufbrechen und meine Gedankenwelt von Gefühlen überschwemmt werden, die ich so eifrig versucht habe zu verdrängen, oder zumindest im Hintergrund zu halten.

 

“Nur fünfzehn Minuten.
Sie reichen, um einen Menschen zu zerstören.
Und um einen Menschen zu retten.”

 

Zwar hatte ich zum Glück nie einen Ryle in meinem Leben, doch ich kann Lilys Gefühle, die Liebe und Hass zugleich wiederspiegeln, total nachvollziehen und so schwer es mir auch fällt, vermutlich hätte ich genauso gehandelt. Denn, wenn wir ehrlich zu uns selber sind, geben wir mehr als einmal eine weitere Chance und hoffen, dass diese ergriffen wird. Und es kann eine Ewigkeit dauern bis wir die Notbremse ziehen und zu uns selbst sagen: Bis hier hin und keinen Schritt weiter. Doch all das erfordert Mut. Mut, dass einem die Worte Nein über die Lippen kommen, Mut zu sich selbst zu stehen und sich zu schützen, oder die, die schutzbedürftig sind.

Als ich das Nachwort der Autorin gelesen habe, wo sie Bezug auf das Geschehen nimmt, das ihre eigene Mutter erlebt hat, kamen die Tränen wieder ganz von selbst. Ich finde es unglaublich mutig und toll, eine Geschichte auf diese Weise zu erzählen, denn sie macht anderen Mut aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

*Fazit:

Colleens Bücher zählen dank der Geschichten, die sie darin vermittelt, zu meinen liebsten, aber mit “Nur noch ein einziges Mal” ist sie für mich persönlich noch eine Stufe höher geklettert. Dieses Buch hat mich nicht nur bewegt, sondern auch zum Weinen gebracht und mich genauso mitfühlen lassen. Tränen haben sich mit Lachen abgelöst und es war ein einziges Auf und Ab der Gefühle.

Einfach unbeschreiblich wie Colleen die Thematik der häuslichen Gewalt verpackt hat und man dennoch die Protagonisten ins Herz schließt und nie mehr loslassen möchte.

Von mir gibt es dafür 5***** Sterne und eine klare Leseempfehlung an jeden da draußen, der nicht nur Liebesromane ließt, sondern auch Begebenheiten aus dem wahren Leben, die einen tief berühren und an die Substanz gehen.

 

 

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